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Stella sucht E.T. von Teneriffa aus

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TENERIFFA / POTSDAM Auf die Suche nach außerirdischem Leben gehen Potsdamer Wissenschaftler des Astrophysikalischen Instituts (AIP) mit einem neuen Superteleskop. Dazu fahnden sie nach Sternen, die unserer Sonne vergleichbar sind.
Stella ist der Name des Hightech-Geräts, er steht für Stellar Activity. Das Doppelteleskop ist das der weltweit modernsten zur Sonnenbeobachtung. Stella wird nach sechsjähriger Bauzeit jetzt auf dem 2400 Meter hohen Inzana-Berg auf der Kanareninsel Teneriffa in Betrieb genommen.
Rund zwei Millionen Euro haben sich Bund und Land das Projekt unter der Federführung des AIP kosten lassen, Personal exklusive. Stella hat zwei vollrobotische Teleskopspiegeln von je 1,2 Metern Durchmesser, die - weltweit einmalig - gleichzeitig hochpräzise Weitfeldfotos und hochaufgelöste optische Spektren aufnehmen können. Diese Technik ermöglicht sogar die Kartierung der Oberfläche schnell routierender Sterne.
Gesteuert wird die Anlage von einem selbst lernenden Computerprogramm. "Eine Art von künstlicher Intelligenz", schwärmte der für das Projekt verantwortliche Forschungsbereichs-Chef Klaus G. Strassmeier gestern am Einsatzort. Mit seinem Team ist er seit einigen Tagen auf der spanischen Insel. Die Anlage macht eine Bedienung vor Ort überflüssig. Die etwa zehn Wissenschaftler, die mit Stella auf Sonnensuche gehen, sitzen alle in Potsdam. Man müsse dem Computer nur die täglichen Aufgaben durchgeben, er leitet sie selbstständig und effizient an die Teleskope weiter und berücksichtigt dabei die lokalen Bedingungen wie Bewölkung, Temperatur oder Windrichtung. Nur alle drei Monate soll ein Ingenieurteam nach dem Rechten sehen. Sonst ist die Anlage auf Spaniens höchstem Berg verwaist. Nicht einmal Wachschutz gibt es. "Vandalismus spielt hier keine Rolle", sagt Strassmeier.
Stella befindet sich in Gesellschaft. Wegen der guten Beobachtungsbedingungen gibt es zehn weitere Teleskope in der Umgebung. Mit ihrem Schatz gehen die Potsdamer nur "im Hinterhof der Sonne" auf die Pirsch, sagt Strassmeier, also im Umkreis von 300 Lichtjahren. Zum Vergleich: Unsere Galaxie umfasst 100 000 Lichtjahre. "Ultimatives Ziel" sei es, erdähnliche Planeten zu finden. Stella geht nur nachts auf Sternenjagd. Mit der Nachtbeobachtung sei man "einzigartig auf der Welt", sagt Strassmeier. Die Forschungen dienten auch der Vorbereitung von Missionen der europäischen und amerikanischen Weltraumbehörden Esa und Nasa.
Rolf Kepper
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